Über mich

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Voller Aufmerksamkeit

Regula Schenkel

Persönliches

Am Anfang meiner persönlichen Meditationspraxis und mystischen Erfahrung stand der Satz «Gott/das Göttliche ist in dir». Ich war sechzehn, als ich ihn vom Religionslehrer hörte. Ich bin dankbar, diese Worte auf meinen Lebensweg mitbekommen zu haben. Dass er aus einer Tradition stammt, die im Vers des deutschen Barockmystikers Angelus Silesius so lautete:
«O Mensch, wo läufst du hin?
Der Himmel ist in dir.
Suchst du ihn anderswo, du fehlst ihn für und für.»
entdeckte ich Jahre später, als ich mich mit christlichen Mystikern des Barock beschäftigte.
Noch war ich in diffuser Weise von dieser Aussage fasziniert. Sie mit einem körperlich-seelisch-geistigen Geschehen zu verbinden, also überhaupt zu begreifen, war erst möglich, nachdem ich während zehn Jahren täglich den Sonnengruss, eine Yoga-Übung, praktiziert und weitere Meditationen kennen gelernt und geübt hatte und ich mich auch intellektuell mit mystischen Vorstellungen vor allem im Tantra auseinanderzusetzen begonnen hatte.
Dennoch lässt sich mystischen Aussagen mit dem Intellekt nicht beikommen. Wie magisch zog mich der Satz
„Tout ce qui est ici est ailleurs, tout ce qui n’est pas ici est nulle part.“
an, den ich von meinem Lehrer des Kaschmirischen Shivaismus hörte. Wenn ich verstandesmässig die enthaltenen Bedeutungen zu entschlüsseln suchte, war das Faszinosum wie fortgewischt und der Satz leer.

 

Tanzen

In einer Lebensphase, in der ich zutiefst zweifelte, ob ich denn zu Gefühlen fähig wäre, ich mir die Fähigkeit zu lieben schon gar nicht mehr zutraute, da blitzte in einer Tanzimprovisation dieses Gefühl für einen zeitlosen Moment auf, ich war erfüllt von Liebe, ohne dies über diesen Augenblick hinaus festhalten zu wollen.

In einer andern Form des Tanzens, im Volkstanz, dem puren Gegenteil des freien Tanz und der Bewegungsimprovisation erlebte ich, wie sich die Lebendigkeit im Körper und im Fühlen ausdehnte und jede Zelle vibrierte. Danach war ich jeweils „aufgezogen“, erfüllt von Freude und Glück, ein normales Gehen war nicht möglich, ich hüpfte und tanzte den ganzen Heimweg lang.

Beide Erfahrungen haben sich tief eingeprägt und bilden den Antrieb, immer wieder mit andern Menschen das Tanzen zu teilen.
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